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Bau eines Paludariums für Nackenstachler

 

Planung und Vorbereitung

 

Im November 2012 begann ich mit den Planungen und erstellte eine erste Bauskizze (siehe rechts).

 

Effektive Grundfläche: 135 x 70cm = 0,95 m²


Davon Wasserteil: ca. 0,35 m²

Effektive Innenbreite: 135cm


Höhe insgesamt: 190cm


Effektive Höhe Landteil: 150 - 165 cm


Wassertiefe: ca. 25-27cm


Beleuchtungkasten: vorne ca. 28cm läuft hinten schräg noch oben (hinten ca. 5cm)

 

Rohbau & Aquarium

 

Nach diesen ersten Planungen hat mir der hiesige Zoofachhändler (www.kuenstlerszoo.de) ein Aquarium angefertigt, welches genau meinen Vorgaben entsprach.Das Aquarium wird später ca. 80-90 Liter fassen.

 

Anschließend wurde Holz vom Baumarkt geholt und auch direkt dort passgenau geschnitten. Für dieses Terrarium habe ich beschichtete Spanplatten mit hellem Ahorndekor verwendet. Holzkosten insgesamt circa 132€.

 

Im Jugendzentrum wurde der Rohbau dann zusammengeschraubt:

 

Die Rückwand ist (wie man sieht) eine weißbeschichtete Spanplatte, die auch "nur" 5mm Dicke hat.

 

Vor dem nächsten Schritt (Anstrich) wurde bereits das Aquarium eingesetzt, da die Rückseite des Aquariums auch versiegelt werden sollte (also eine durchgehende Versiegelung - quasi ein Becken hinter dem Becken).

 

Versiegelung

 

Anschließend wurde der ganze Innenteil des späteren Paludariums mit flüssiger Teichfolie insgesamt drei mal gestrichen, wobei zwischen jedem Anstrich mindestens ein Tage lag, so daß die Schicht richtig trocknen konnte. Flüssige Teichfolie 2 Liter: ca. 25€.

 

Erste Nachteile von flüssiger Teichfolie, die mir direkt aufgefallen sind:


1. Stinkt wie Sau und ist bestimmt bei der Verarbeitung nicht gerade gesund
2. jede Schicht braucht laut Anleitung mindestens einen Tag zum abtrocken

 

Nachdem alle Schichten aufgetragen wurden habe ich für Wasserzu- und ablauf, sowie Heizkabel drei Löcher in den Boden gebohrt, in denen jeweils Ablussrohre versenkt wurden. Dies ragen je nach Verwendung entsprechend hoch ins Becken. Die Rohre wollte ich mit Silikon versiegeln und befestigen, aber da kam der 3. Nachteil von flüssiger Teichfolie zum Vorschen:

 

Silikon hält nicht auf (flüssiger) Teichfolie!

 

Also habe ich noch einmal mit flüssiger Teichfolie gearbeitet und die drei Rohre damit gestrichen, sowie die Übergänge zur bereits vorhandenen Schicht.

 

Nachdem mir nun klar war, dass auf der Teichfolie nix halten wird habe ich den ganzen Innenteil noch mit Sopro Flächendicht (Duschdicht) gestrichen. Das Zeug hält auf der Teichfolie und auf dem Flächendicht hält auch Silikon, Fliesenkleber und anderes!

 

Styroporrolinge und - aufbauten

 

Als nächsten wurde die beiden Seitenwände und die Rückwand mit Styropor verkleidet und erste Konturen und Plateaus erstellt. Befestigt wurde das Styropor mit Silikon.

 

Danach ging es in den Feinschliff und in diesem Fall habe ich mir richtig viel Zeit gelassen und das Styropor lange, lange bearbeitet. Zum einen wurde das Styropor mit einem Cuttermesser in Form gebracht und zum anderen mit einem Tischbunsenbrenner noch verfeinert und gehärtet.Auf dem Bild ist etwa 3/4 des Rolings fertig. Die beiden Löwen sind wieder rausgeflogen und der Buddha sitzt nun auf der Position des rechten Löwen. Unter dem Buddha ist der Wasserauslauf vom Filter. Der Buddha ist somit zum einen eine Art Deckel für das "Loch", aber auch bewußt eingefügt worden. Bei der späteren Arbeit mit Kindern möchte ich auch das Thema "Religionen" aufgreifen.

 

Für diesen Arbeitsschritt (Erstellung der Fels- und Steinformen) habe ich viele Stunden verwendet, aber je besser der Roling, desdo besser auch die spätere Optik!

 

Fliesenkleber

 

Auf das Styropor wurden insgesamt drei Schichten flexibler Fliesenkleber aufgetragen. Dies mache ich immer mit verschiedenen Borstenpinseln. Für große gerade Flächen wird ein richtig dicker Pinsel und für die Ecken und Nischen ein kleinerer Pinsel verwendet. Der Fliesenkleber wird pampig und leicht flüssig angerührt und aufgetragen.

 

Einige Terrarienbauer färben den Fliesenkleber noch mit Abtönfarbe, aber in diesem Fall soll später noch eine Schicht Hypertufa aufgetragen werden und somit braucht die Fliesenkleberschicht keine bestimmte Farbgebung zu haben.

 

Beim Wasserlauf habe ich nach den Schichten Fliesenkleber erneut mit flüssiger Teichfolie versiegelt... Sicher ist sicher war die Devise!

 

Hypertufa

 

Hypertufa kommt ursprünglich aus dem Gartenbereich und ist eine Mischung aus Zement und Torf, mit der z. Bsp. Pflanzentöpfe hergestellt werden können. Die besonderen Eigenschaften von Hypertufa sind:

 

1. es speichert Feuchtigkeit sehr gut

2. durch den Torf (und Perlite) ist es offenporiger (porös und damit als Nährboden geeignet)

3. es ist eher leicht aber trotzdem sehr stabil

 

Seit mehreren Jahren wird Hypertufa auch schon in der Terraristik angewendet und hier gibt es verschiedenste Formen der Mischung. Ich habe für das Paludarium folgendes Mischverhältnis verwendet: 

 

1 Teil Portlandzement Typ I
1 Teil Torf/Sand (90% Mauersand 10% roter Terrariensand)
1 Teil Perlite

1 Teil Weisstorf
1/6 Teil Farbpigment orange

 

Hierbei wurde nach Volumen gemischt und das Ganze wurde dann mit Wasser zu einer Puddingartigen Masse gequirlt. Das Auftragen dieser "Pampe" war gar nicht so schlimm, wie ich erwartet hätte. Den größten Teil habe ich per Hand angedrückt. Auf den feuchten Matsch habe ich dann noch Alufolie aufgedrückt und direkt wieder abgezogen. Hierdurch wollte ich die Oberflächenstruktur verfeinern. Dies hat auch ganz gut geklappt.

 

Nachdem das Paludarium einmal komplett mit Hypertufa versehen war, habe ich noch eine Schicht Hypertufa mit dem Pinsel aufgetragen. Diese letzte Schicht sollte dafür sorgen, dass evtl. grobe Farbabweichungen durch eine einzige Mischung behoben werden.Diese Mischung wurde mit mehr Wasser und eher flüssig gequirlt und aufgetragen.

 

Leider ist mir erst beim Entsorgen der Zementverpackung aufgefallen, dass es sich wohl doch um Zement mit Kalk (Typ II) handelt, obwohl der Verkäufer mir versichert hatte, dass es der gewünschte Zement ist. Nun bleibt zu hoffen, dass trotz der Verwendung dieses Zements noch Moose und andere Pflanzen auf dem Hypertufa wachsen. Unabhängig von dieser Begrünung ist die Rückwand sehr realistisch und ich würde auch das nächste Mal wieder mit Hypertufa arbeiten.

 

Pflanzen - Substrat

 

Hinter dem Aquarium wurde ein Fläche von 135 x ca. 40 x 40 cm mit Substrat aufgefüllt. Auch unter dem Bachlauf ist Substrat aufgefüllt worden, so daß die späteren Pflanzen genügend Platz haben. Die ersten 20cm habe ich mit dem Rest Weißmoortorf aufgefüllt und die restlichen 20 cm mit Teicherde. Diese Teicherde hat eine sehr gute Konsistenz (erdig und feinkörnig), keine Düngermittel (aber gute Nährstoffe für die Pflanzen) und hält die Feuchtigkeit auch sehr gut.

 

Als Pflanzen wurden rechts und links neben dem Wasserlauf jeweils ein großer Scindapsus (Efeutute) eingesetzt. Zuvor hatte ich die beiden "Zimmerpflanzen" von der Rankhilfe befreit, was gar nicht so einfach war, da sich die Ranken sehr mit dem Fasern an der Rankhilfe verbunden hatten. Im Terrarium wurden die langen Arme der Efeutute dann teilweise an den Wänden befestigt und teilweise über die bereits eingesetzten Äste verlegt.

 

Zu diesen beiden großen Pflanzen habe ich dann noch am Boden einige Gräser und andere orientalische Zimmerpflanzen eingesetzt. In die Äste wurden große und kleine Bromelien mit spanischem Moos aufgebunden. Das spanische Moos habe ich dann auch noch im Terrarium verteilt (meist hängend an Ästen).

 

Im Wasserlauf wurden einige Ableger von Anubias barteri var. nana (Zwergspeerblatt) gesetzt. Laut Händler wachsen diese mit nassen Füssen auch an Land und im Wasserlauf haben sie nicht nur nasse Füße.

 

Im Wasser wurden noch folgende Pflanzen eingesetzt:


Anubias barteri var. caladiifolia - Breitblättriges, langstieliges Speerblatt
Microsorum pteropus - Schmalblättriger Javafarn

Ophiopogon japonicum - Schlangenbart

 

Der Schlangebart ist eigentlich eine Sumpfpflanze, wird aber gerne in Barschbecken als Aquariumpflanze eingesetzt. Unter Wasser beträgt die Lebensdauer dieser Pflanze ca. 12 Monate. Vermehrt wird diese Pflanze durch abgetrennte Seitensprossen. Die Pflanze braucht kaum Licht, sie ist mit Halbschatten-Plätzen zufrieden.

 

Beleuchtung

 

Aktuell wird das Paludarium "nur" mit zwei 36 Watt T5 Leuchtstoffröhren, einer 70 Watt Bright sun jungle und einem 80 Watt PAR Strahler beleuchtet. Ich überlege derzeit, ob ich evtl. noch eine 35 Watt Bright sun einsetze, damit das Licht etwas besser verteilt wird und dafür den PAR Strahler weniger brennen lasse.

 

Der Beleuchtungskasten ist durch Gaze vom Paludarium getrennt. Der Holzrahmen für das Gaze wurde schräg nach oben verlaufen eingesetzt. Dies hat den Vorteil, dass

 

1. die Strahler einen Winkel nach schräg hinten bekommen,

2. im hinteren Bereich die Höhe des Paludariums für die Tiere fast ganz nutzbar ist,

3. die Tiere somit auch die hohen Temperaturen in Höhe der Leuchtkörper nutzen "könnten" und

4. der Betrachter vor dem Paludarium das Gaze und die Beleuchtung nicht sehen kann.

 

Die Front kann ich hochklappen und so an die Beleuchtung gelangen ohne die Tiere zu stören. Die Zeitsteuerung erfolgt über analoge Zeitschaltuhren.

 

Klimawerte / -steuerung

 

Im Paludarium habe ich folgende Temperaturbereiche:

 

Oben (direkt bei der Beleuchtung): 27-29 °C

Mitte: 23-25 °C
Unten: ca. 20-21°C

 

Wassertemperatur: ca. 20-21 °C

 

Die Luftfeuchtigkeit liegt konstant über 60% und nach dem beregnen (oder nebeln) bei über 80%.

 

Im Beleuchtungskasten ist zum einen eine selbstgebaute Beregnungsanlage mit zwei Nebeldüsen und einer Ulka-Druckpumpe und zum anderen steht dort auch ein kleiner Zimmervernebler/ Luftbefeuchter (Abb. rechts baugleich). Beide Geräte haben einen 1 Litertank, welcher alle zwei Tage neu befüllt wird. Beim Luftbefeuchter habe ich den Ausfluss mit einem Schlauch verlängert und kann den Nebel so besser steuern.

 

Aufgrund der großen Blätter vom Scindapsus kommt nicht überall Regen an, so daß auch noch mit einer Sprühflasche die Hypertufarückwand benässt wird.

 

Aquarium und Filter


Das Aquarium wurde mit herkömmlichen gröberen Aquarienkies gefüllt. Die Filterung erfolgt über einen Aussenfilter von Fluval (älteres Modell 203). Die Leistung ist sehr gut und es war gar nicht so einfach das herausströmende Wasser im Bachlauf in die richtigen Bahnen zu lenken.

 

Seitenwände und Rückwand des Aquariums wurden ebenfalls mit Styropor/ Fliesenkleber/ Hypertufa verkleidet, so daß nur die Front als Scheibe sichtbar ist. Hinter der Rückwand auf der linken Seite befindet sich ein circa 3 x 3 cm großer Schacht, welcher unten eine Öffnung zum eigentlichen Aquarium hat. Hier sitzt der Schlauch für den Wasserzulauf. Im Aquarium wurde so viel Kies aufgefüllt, dass die Öffnung bedeckt ist, so daß bereits durch den Kies eine grobe Filterung stattfindet.

 

Später sollen diverse asiatische Barsche eingesetzt werden! 

 


 

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