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Wasseragamen sind in Bezug auf die Ernährung keine wählerischen Terrarientiere und die Ernährung ist oftmals nicht dass Problem. Schon eher kann einer Überfütterung zu Problemen führen. Wasseragamen sollten zwei bis dreimal in der Woche bis zur Sättigung mit Insekten, Zophobas und anderem gefüttert werden. Eine Futtermaus kann einmal im Monat gefüttert werden. Aber es ist auf jeden Fall eine Überfütterung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel (zu kleine Terrarien) zu vermeiden.

Adulte Wasseragamen sind opportunistische Jäger die selten ein Futtertier verweigern. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit Futtertieren die zusätzlich mit Futterpräparaten (zum Beispiel Korvimim) ergänzt wird. Es gibt diese Präparate in verschiedenster Form (Tropfen, Pulver usw.).

Ein Großteil der Terrarianer erwerben ihre Futtertiere über den Zoofachhandel, Onlineverkäufer, Aboversand und anderem. Aber auch eine immer größer werdende Zahl züchtet verschiedene Futtertiere zu Hause. Dies hat den Vorteil, dass man 1. immer Futter zur Verfügung hat, 2. auf jeden Fall das Anfüttern der Futtertiere selber kontrollieren und beeinflussen kann und 3. ist es evtl. sogar noch günstiger. Wobei Futtertiere online bereits sehr günstig angeboten werden und bei steigenden Energiekosten noch eine Futtertierzucht mit zusätzlich Beleuchtung und evtl. Heizung auch nicht umsonst ist.

 

Ich beziehe meine Futtertiere seit über zwei Jahren von der Futtertierzucht Brunau und habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Dies mag der ein oder andere als Schleichwerbung ansehen, aber das ist mir eigentlich egal, denn ich bekomme häufig Anfragen zu Futtertieren und möglichen Lieferanten. Warum sollte ich dann nicht hier auch meinen Futtertierlieferanten mit Namen und Link erwähnen?


In den Sommermonaten kann man auch so genanntes "Wiesenplankton" bei uns vor der Haustier ernten. Gemeint sind heimische Insekten verschiedenster Art. Bis auf einige wenige Regenwürmer verzichte ich persönlich aber auf diese Art der Fütterung. Zum einen habe ich keine Ahnung von geschützen Insekten und zum anderen würde ich den Unterschied zwischen gesunde oder ungesunde/ giftige Futtertiere nicht kennen. Von daher kommt für mich das Verfüttern von heimischen Insekten eher nicht in Frage.

Auf dieser Seite möchte ich zunächst einen kurzen Einblick zu den verschiedensten Futtertierarten geben und am Schluss noch kurz auf die Ernährung der grünen Wasseragamen zurückkommen.

 

Futtertiere

 

[Grillen/ Heimchen] [Heuschrecken] [Zoophobas] [Mehlwürmer] [Weitere Futtertiere]

 

Grillen

Grillen sind die wohl am häufigsten anzutreffende Futtertierart in der Terraristik. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie für eine Vielzahl von Echsen das natürliche Futter darstellen und somit in fast jeder Zoohandlung angeboten werden.


Zudem sind Grillen einfach zu halten und zu züchten. Grillen ernähren sich von Pflanzen und sind bei trockener, warmer Unterbringung recht pflegeleicht. Die wohl am meisten verbreitete Grillenart in der Terraristik ist die Steppengrille. Sie ist eine hellbraune, schlanke Grillenart die häufig auch als Heimchen bezeichnet wird. Im Gegensatz zu echten Heimchen ist es der Steppengrille aber nicht möglich sich bei unseren Zimmertemperaturen fortzupflanzen. Der Umkehrschluss hierzu lautet also: Lieber nicht die heimischen "Heimchen" halten und züchten, denn wenn diese Futtertiere entweichen und sich im Haus einquartieren, dann kann das dazu führen, dass irgendwann nur noch der Kammerjäger helfen kann. Der so genannte Chitinpanzer ist bei der Steppengrille weicher als bei anderen Grillenarten. Zudem ist die Steppengrille nicht so wehrhaft wie etwas größere Grillenarten. Dies hat den Vorteil, dass nicht gefressene Futtertiere unsere Pfleglinge kaum etwas anhaben können. Größere Futterinsekten können auch schon mal einem Terrarientier eine Verletzung beifügen. Der zuvor erwähnte Chitinpanzer ist bei der Steppengrille leichter verdaubar und macht sie mit zusätzlicher Bestäubung (Vitaminpräparate) zu einem wichtigen Nahrungsmittel.

Die Zucht der Steppengrille kann am besten in einem kleinem Aquarium oder Plastikbehälter durchgeführt werden. Der Boden sollte mit ungedüngter Blumenerde bedeckt sein. Als Versteck- und Klettermöglichkeiten dienen Eierkartons. Zum einen können sich hier kleiner Grillen verstecken und zum anderen verschafft es den Grillen mehr Fläche zur Fortbewegung. Als Futter werden den Grillen kleine Obststücke, Haferflocken und Trockenhundefutter gereicht werden. Eine kleine sehr flache Trinkschale mit etwas Wasser reicht aus. Die Temperatur im Zuchtbehälter sollte 20 - 30 °C erreichen. Dies kann durch gutes Platzieren des Behälters (zum Beispiel über dem Terrarium im Beleuchtungskasten) oder durch eine Wärmequelle (Spotstrahler) erreicht werden. Die Wärme ist einer der wichtigsten Vorraussetungen für eine erfolgreiche Zucht! Die Weibchen legen ihre Eier in den leicht feuchten Boden. In nur wenigen Wochen schlüpfen tausende Grillen und mit etwas Logistik kann man durch eine erfolgreiche Zuchtanlage Grillen in verschiedenen Größen züchten.

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Heuschrecken


Heuschrecken sind nah verwandt mit den Grillen und von ihrem Nährstoffgehalt den Grillen sehr ähnlich. Am häufigsten kommt die Wanderheuschrecke im Sortiment der Anbieter vor. Heuschrecken sind hauptsächliche für mittlere und größere Reptilien geeignet. Ausgewachsen kann sie bis zu 6cm groß werden.

Die Zucht von Heuschrecken ist etwas intesiver und aufwändiger als die Zucht von Grillen. Zudem ist sie weniger ergiebig. Sie benötigen kein Bodensubstrat aber viele Klettermöglichkeiten. Auch sollte die Tagestemperatur höher als bei den Grillen liegen und zwar bei 30 - 35 °C und einer nächtlichen Absenkung um mindestens 10°C. Der Behälter muss zudem größer sein und somit erfordert das Erreichen der erhöhten Termperatur auch mehr Heizkosten. Für die Eiablage wird ein Behälter angeboten. Als Substrat wird ein Gemisch aus Sand, Torf und Walderde angeboten. Dieser ist feucht zu halten.

Das Futter für Heuschrecken besteht aus Haferflocken, Weizenkleie, Hundeflocken und altem Brot. Auch kann frisches Laub von Eihe, Buche, Linde u.a. verfüttert werden. Bei der Fütterung von frischen Blättern ist ein zusätzlichen Wasserangebot nicht notwendig.

Nach der Eiablage (durchschnittlich 35 Eier) schlüpfen die Larven nach 13 - 15 Tagenund sind nach etwa 30 Tagen bereits ausgewachsen.

Auf das Verfüttern von heimischen Heuschrecken (Grashüpfern) verzichte ich gänzlich.

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Zophobas


Für größere Echsen wie den grünen Wasseragamen sind Zophobas als ergänzendes Futter gut geeignet. Zophobas sind die Larven des Schwarzkäfers. Gelegentlich hatte ich bereits das "Vergnügen" einige Schwarzkäfer in meinem Terrarium zu sichten. Diese werden allerdings eher selten gefressen. Zophobas werden etwa 5 cm groß und sehen aus als wären sie ein zu groß geratener Mehlwurm. Auf dem Bild links ist eine Zophobas neben einem Mehlwurm zu sehen. Hier wird der Größenunterschied sehr gut deutlich. Unter Laien wird Zophobas morio auch als Riesenmehlwurm bezeichnet.

Zoophobas besitzen ebenfalls einen Chitinpanzer. Dieser ist jedoch weicher als bei den Mehlwürmern und im Verhältnis zur Größe der Zophobas ist dies für die Echsen deutlich besser. Zudem haben sie einen höheren Nährstoffgehalt als Mehlwürmer. Zophobas sind aber auf keinen Fall als Haupt- oder gar Alleinfutter geeignet.

Vorsicht ist bei entwichenen Zophobas anzuwenden, denn Zophobas sind wie Mehlwürmer auch Eierfresser und können auch ein Echsengelege zerstören.

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Mehlwürmer


In vielen Zoohandlungen gehören Mehlwürmer noch eher zum Sortiment wie Grillen oder Heuschrecken. Dies liegt wohl auch mit daran, dass Mehlwürmer auch beim Angeln oder als Futter für andere Tiere verwendet werden. Der Name Mehlwurm umfasst eine Vielzahl an Arten, zum Beispiel Tenebrio molitor. Zudem täuscht der Name Mehlwurm etwas vor, was nicht zutrifft. Der Mehlwurm ist wie die Zophobas eine Larve und zwar des Mehlkäfers.

Das Verfüttern von Mehlwürmern wird zu Recht in der Terraristik immer wieder diskutiert. Das Verhältnis zwischen Fett und Nährstoffen ist eher ungünstig für unsere Pfleglinge. Zudem haben sie einen harten schwer verdaulichen Chitinpanzer. Als Hauptfutter niemals Mehlwürmer verwenden!!! Sollte jedoch Mehlwürmer den Speiseplan ergänzen, dann ist auf jeden Fall darauf zu achten die Mehlwürmer vorher gut aufzupäppeln. Das bedeutet nicht nur das Bestäuben der Mehlwürmer mit bereits erwähnten Präparaten, sondern auch zuvor gut anzufüttern. Hierbei sollte vor allem vitaminreiches Gemüse und Obst verfüttert werden.

Mehlwürmer sind Allesfresser und lassen sich relativ leicht züchten. Ein kleiner Behälter mit Sägespänen und Trockenfutter, Obstreste, Kartoffelschalen und Brotreste reicht als Zuchtbehälter aus. Aus den Larven werden logischerweise die schwarzen Mehlkäfer. Diese legen ihre Eier wiederum in leichte feuchte Stellen im Behälter. Nach kurzer Zeit schlüpfen bereits die Mehlwürmer.

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Weitere Futtertiere

 

Futtermäuse


Dieses Futtertier führt wahrscheinlich bei Nicht-Terrarianern zum größten Ekel. So ist auch mir bereits passiert, dass Besucher sich an den süßen kleinen Mäusen erfreuten und recht schockiert waren über die Tatsachse, dass die kleinen Mäuse verfüttert werden. Auch der Hinweis auf Mutter Natur hilft dann wenig.

Neben größeren Mäusen und Ratten wie sie bei Schlangen und großen Echsen verfüttert werden können auch kleiner Mäuse oder Jungtiere an adulte Wasseragamen verfüttert werden. Dies mag nicht für jeden geeignet sein, denn im Gegensatz zu den Wirbellosen neigt der Mensch bei Säugetieren doch zu mehr Gefühlsregung als bei Insekten. Aber eine Futtermaus ist vom pragmatischem Ansatz her ein sehr gutes Futtertier zur Ergänzung des Speiseplans. Aus Tierschutzgründen sollten Mäuse entweder tot (tiefgefroren erhältlich) oder direkt verfüttert werden.

 

Fleisch


Rohes Fleisch kann Wassergamen gelegentlich per Pinzette gegeben werden. Meine adulten Agamen nehmen dies gerne an. Zudem kann man das Fleisch sehr gut mit Korvimin bestäuben. Allerdings sollte dies keine Ersatz für Futtertiere wie Heuschrecken sein.

 

Fisch


Ganze Fische können auch verfüttert werden. Besser zu füttern sind tote Fische mit der Pinzette. Lebende Fische etwa im Wasserteil des Terrariums werden meist ignoriert.

 

Pflanzliche Nahrung


Obst wie etwa Banane, Beeren, Apfel u.a. kann angeboten werden. Allerdings muss ich feststellen und auch H. Werning schreibt es in seinem Buch, dass adulte Wasseragamen kaum oder gar nicht an pflanzlicher Nahrung interessiert sind.

 

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