skip to content

Die grüne Wasseragame

 

| Allgemeine Einführung |


Die Gattung Phyisgnathus wurde 1829 von Cuvier  bei der Beschreibung der Grünen Wasseragame eingeführt. Zu dieser Gattung gehören entgegen frühere Annahmen nicht zwei Arten, die Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) und die Australische Wasseragame (Physignathus lesueurii), sondern seit einiger Zeit nur noch die grüne Wasseragame. Somit ist sie eine monotypische Gattung. Die australische Wasseragame wird seither als eigene Gattung geführt!

 

[Namensgebung] [Aussehen] [Verbreitung] [Verhalten] [Fortpflanzung][Geschlecht]

 

1. Gattung, Namensgebung u. a.



Die Grüne Wasseragame wurde 1829 das erste Mal von Cuvier beschrieben. Cuvier hat damals als Erstbeschreiber den Namen „Cocincinus“ festgelegt und somit müsste der Name auch noch heute in dieser Form verwendet werden. In der Literatur finden sich viele ähnliche Namen (Concincinus, Concinnus u.a.), allerdings wie eben geschildert wird der Name immer vom Erstbeschreiber festgelegt und das bedeutet in diesem Falle: (Physignathus) cocincinus.

 

Neben der deutschen Bezeichnung „Grüne Wasseragame“ werden auch noch folgende Namen verwendet: Grüne Wasserdrachen/ Green Water dragons, Hinterindische Wasseragame/ Asian Water Dragon, Chinese Water Dragon, Thai Water Dragon u.a.). Cuvier benannte die Art nach dem Fundort Cochinchina im Süden von Vietnam (Terra typica Cochinchincha, frz. Cochinchine).

 

Die genaue Bedeutung der Änderung dieses Namens in die anders geschriebene Variante Cocincinus ist bisher nicht eindeutig geklärt. Ob die Abweichung nun ein Schreibfehler, dem Versuch der Lateinisierung oder ein anderer Grund war, ist bis heute umstritten.

 

 

2. Aussehen



Die Grünen Wasseragamen können eine Gesamtlänge von bis zu 1 Meter erreichen. Im Normalfall erreichen die Tiere eine Gesamtlänge von 60-80 cm, wobei mehr als 2/3 hierbei auf den Schwanz entfallen. Die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) beträgt bei den Weibchen etwa 15 – 20 cm und bei den Männchen 18 – 25 cm. Die Tiere sind kräftig gebaut und wie die meisten Baumbewohnenden Echsen seitlich (lateral) abgeflacht. Auch der Schwanz der Wasseragamen ist stark seitlich abgeflacht.  Das Gewicht von Männchen kann 600g messen und das der Weibchen meist bei ca. 300g.

Die Oberseite der Tiere ist grün. Am Kopf und Ansatz der Gliedmaßen sind die Tiere dunkler gefärbt. Im Gegensatz zu dem Grünen Leguan bleiben die Grünen Wasseragamen auch im adulten Alter noch kräftig grün (oliv-, blatt- oder blaugrün). Vor allem am späten Nachmittag mit erreichter Vorzugstemperatur zeigen die Tiere eine satte und beeindruckende Grünfärbung. Neben der Körperform wirkt sich auch der (vor allem bei Männchen) große Nacken- und Rückenkamm auf ihr urtümliches und faszinierendes Aussehen aus. Die teilweise konischen Schuppen am Unterkiefer und der Backen verstärken diesen Eindruck. Diese erscheinen weiß, bläulich oder rötlich bis orange.

 

Besonders bei Jungtieren ziehen sich 3-5 helle Querbinden über den Körper, die im Alter an Konturen verlieren und undeutlicher werden. Obwohl insgesamt grüne Nuancen die Hautfärbung bestimmen, kann der Achselhöhlenbereich bei männlichen Wasseragamen auch gelblich/ orange gefärbt sein. Das gleiche gilt für Kehle und Brust, die aber auch grüne oder fast weiße Töne zeigen können. Bei adulten Tieren (vor allem bei Männchen) zieht sich oft auch ein dunkles Längsband hinten den Augen bis zum hinteren Backenrand. Der Schwanz der Grünen Wasseragamen ist mit dunklen Querbändern versehen, die zum Ende hin immer breiter werden.

Insgesamt wirken die Männchen wesentlich kräftiger mit einem kantigen Kopf und angeschwollen wirkenden Backen. Der Habitus der Weibchen ist zierlicher und ihre Kämme bleiben niedriger (obwohl rangniedrige, unterdrückte Männchen auch zierlicher und eher weiblich aussehen können). Die Femoralporen sind bei den Männchen stärker entwickelt und auch die Schwanzwurzel wirkt kräftiger.

Die Gliedmaßen sind wohlgeformt und entsprechend ihres Lebensraums angepaßt. An Händen und Füssen haben die Agamen lange Finger/ Zehen die am Ende mit Krallen versehen sind. Die Arme und Beine sind kräftig. Die Beine sind etwas länger. Der Schwanz ist mit schwarzen Querbinden versehen, die zum Ende hin breiter werden und schließlich die komplette Schwanzspitze einnehmen. Insgesamt sind die Tiere mit ihrer Hautfärbung dem Lebensraum tropischer Regenwald sehr gut angepasst. Neben der Grünfärbung trägt auch der gebänderte Schwanz zur Tarnung bei. Die Konturen verschwimmen in Dickicht des Regenwaldes.

 

 

3. Verbreitung/ Lebensraum



Grüne Wasseragamen bevorzugen tropische Wälder im Tief- und Hügelland mit der Nähe zu Gewässern. Das Verbreitungsgebiet der Grünen Wasseragame reicht auf dem südostasiatischen Festland von Südchina über Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha bis nach Vietnam. In freier Wildbahn ist die grüne Wasseragame sehr scheu und immer zur Flucht bereit. Nicht selten liegen die Agamen träge auf Ästen direkt über dem Wasser. Bei Gefahr stürzt sie sich ins Wasser und bleibt längere Zeit untergetaucht oder flüchtet teilweise zweibeinig in die dichte Uferbewachsung, bzw. dichtes Unterholz. Im Wasser zeigen die Grünen Wasseragamen sehr gute Schwimm- und Tauchkünste. Sie können auch über eine verhältnismäßig lange Zeit unter Wasser bleiben. Besonders bevorzugt werden neben der Gewässernähe und dichter Bepflanzung Stellen, an denen auch sandige Stelle zur Eiablage vorkommen.

 

 

Im Lebensraum der Grünen Wasseragame  herrscht das typische Regenwaldklima mit einer Durchschnittstemperatur von 23 bis 32°C und kaum schwankenden Temperaturen im Jahresverlauf. Die täglichen Höchsttemperaturen schwanken zwischen 30 und 35 °C. Eine nächtliche Absenkung der Temperaturen um 5 – 8 °C entspricht dem Durchschnitt. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 70 und 90%, allerdings auch von der Tageszeit abhängig. In der Nacht steigen die Werte auf über 90% und zur Mittagszeit sinkt die Luftfeuchtigkeit nicht selten auf um die 60%. Der von Mai bis Oktober eintretende Monsunregen in den Tieflandregenwäldern erhöht die Luftfeuchtigkeit am Nachmittag wieder entsprechend.

 

 Hier ein Tabelle zu den Klimawerten von Thailand: 

 

  Temperatur °C Niederschlag relative Sonne Wasser
max. Ø   min. Ø mm Tage Feuchte h/Tag °C
Jan 32 21 9 73 8,8 26
Feb 32,7 23,3 30 76 8,8 27
Mär 33,7 24,9 29 77 8,7 27
Apr 34,9 26,1 65 77 8,6 28
Mai 34 25,6 220 80 7 28
Jun 33,1 25,4 149 80 5,9 28
Jul 32,7 25 155 81 5,5 28
Aug 32,5 24,9 197 82 5,2 28
Sep 32,3 24,6 344 84 5,2 28
Okt 32 24,3 242 83 6,4 27
Nov 31,6 23,1 48 79 7,8 27
Dez 31,3 20,8 10 74 8,5 27
Jahr 32,7 24,1 124 79 7,2 28
 
Die Tabelle verdeutlicht die zuvor getätigten Aussagen. Erstaunlich ist die Wassertemperatur von durchschnittlich 28 °C. Von einer derart hohen Wassertemperatur wird im Terrarium abgeraten, da der Temperaturunterschied zur Luft zu hoch wäre und Krankheiten (Erkältung) begünstigen kann. Hier reicht meist 20 - 22 °C aus. Die Luftfeuchtigkeit ist zwar im Jahresverlauf minimal schwankend, aber dies muss im Terrarium nicht simuliert werden.
 

4. Verhalten/ Lebensweise



Adulte Wasseragamen sind ruhige Zeitgenossen. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie auf ihren "Lieblingsplätzen".  Dort liegen sie herum und beobachten die Umgebung. Kommt allerdings Nahrung in ihr Sichtfeld zeigen die Agamen ihre Beweglichkeit und ihr schnelles Klettervermögen. Hierbei scheuen sich die Tiere auch nicht vor einem Sprung von höheren Ästen. Die Beute wird sehr schnell überwältigt.

Beide Geschlechter bilden Reviere, wobei männliche Agamen untereinander unverträglich sind. Ein loser Familienverband mit einem Männchen und mehreren Weibchen entspricht den Tieren. Männliche Agamen verteidigen ihr Revier gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen aggressiv.

 

Das Verhalten von Wasseragamen beinhaltet das ganze agamentypische Spektrum: Kopfnicken, Armrudern, Maul öffnen, seitliche Flanke zeigen und durch Aufstellen der Vorderbeine an Größe gewinnen. Adulte Tiere liegen die meiste Zeit auf den Ästen herum. Bewegt sich allerdings ein Weibchen in Nähe des Agamenmännchens, beginnt dieser mit dem typischen „Kopfnicken“. Gelegentlich läuft er auch einige Schritte auf das Weibchen zu, bzw. springt auf ihren Ast. Die Weibchen erwidern gelegentlich mit Armrudern.

Wasseragamen sind häufig im oder am Wasser. Z.B.suchen sie nach einer Mahlzeit das Wasser auf und schrubben mit den Hinterbeinen den Kopf. Dieses Schrubben kann auch während der Häutung beobachtet werden. Ebenfalls wird der Kot nahezu immer im Wasser abgegeben.

 

 
 

5. Fortpflanzung



In der Natur sind Wasseragamen einem ausgeprägtem Jahreszeitenklima ausgesetzt, die sich auch auf die Paarung und Eiablage auswirken.  Im Terrarium können allerdings über das Jahr konstante Haltungsbedingungen beibehalten werden und die Agamen benötigen auch keine bestimmten Bedingungen (längere oder kürzere Tage, Temperaturwechsel usw.), sondern vermehren sich im Terrarium das ganze Jahr.

Die Paarung wird durch das Männchen eingeleitet. Dieses Verhalten wurde bereits beschrieben. Die Paarung endet im so genannten „Paarungsbiss“ (wobei sich das Männchen im Nackenkamm des Weibchens fest beißt). Allerdings kann es einige Verfolgungsjagden geben, bis das Weibchen „einwilligt“ und verharrt oder den Schwanz anhebt.

Die Trächtigkeit  zerrt sehr an den Weibchen und sie sind auf zusätzliche und abwechslungsreiche Nahrung angewiesen. Das Weibchen legt an Leibesfülle zu und zum Ende der Trächtigkeit sind gelentlich sogar die Konturen einzelner Eier am Leib der Weibchen auszumachen.

Über die Tragzeit lassen sich keine genauen Angaben machen. Allerdings beginnt das Weibchen einige Tage vor der Eiablage bereits einen Eiablageplatz zu suchen. Ein geeigneter Platz müsste im feuchten Boden bei Temperaturen von 25 – 30 °C liegen.  Meist ist diese Stelle etwas geschützt und etwa 10 bis20 cm unter der Erde. Das Weibchen legt in diese gegrabene Mulde zwischen 6 und 15 Eier die etwa 2,5 cm lang sind. Danach verschließt sie das Loch gründlich und drückt mit ihrer Schnauze sogar die Erde an, so dass später kaum noch zu erkennen ist, wo genau die Eier abgelegt wurden. 

 

Hier ein Video der Eiablage eines meiner Weibchen:

 

 

 

Die Jungen schlüpfen bei Temperaturen von 25 -31 °C nach etwa 60-75 Tagen. Die Jungen sind beim Schlupf etwa 13-16 cm groß und wiegen etwa 3 g. Die kleinen Agamen fressen bereits nach kurzer Zeit (ein bis zwei Tage) kleine wirbellose Tiere. Innerhalb eines halben Jahres können die Jungtiere bereits eine Größe von 35 cm erreichen.

 

 

Geschlecht

 

Also grundsätzlich kann man vorweg sagen, dass ein Geschlechtsbestimmung (meistens) erst ab dem 12-15 Monat zu vollziehen ist.

 

Männchen werden dann zunehmend kräftiger, bekommen dickere Backen bei einem breiten, kantigem Kopf, einen fransigen Nackenkamm (welcher später auch wesentlich höher ist), kräftigeren Schwanzansatz und die Femoralporen an den Oberschenkeln sind deutlicher zu erkennen. Männchen werden bis zu 800 Gramm schwer und 80-100 cm lang (Gesamtlänge). Ihr Korpus ist kräftig und eher hoch und schmal, wie bei den meisten Baumagamen.

 

Weibchen bleiben zierlicher und kleiner (um die 300 Gramm bei einer Länge von 60-80cm). Der Nackenkamm und die Fransen sind weniger ausgeprägt, bzw. sind nur unscheinbare Stacheln/ Zacken! Zudem sind die Femoralporen nicht so deutlich zu erkennen und der Schwanzansatz (Schwanzwurzel) ist schmaler.

 

Ebenfalls ist ein Indiz die Kehle der Tiere. Beim Männchen wird sie eher blau bis orange gefärbt sein und beim Weibchen eher rosa-weiß.

 

Hier zwei Bilder zur Verdeutlichung. Links ist immer das Weibchen und rechts das Männchen!


 

 

 

Radio

 
 
NDR 2
 
 
 
N Joy
 
 
 
 
 
1live
 
 
 
 
 
Classic Rock
 
 
 
 
 
Blackbeats
 
 
 
 
 
Bremen vier
 
 
 
 
 
Antenne