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Die Rückwandgestaltung, oder auch die Gestaltung von Wasserfällen, Höhlen u.a. ist oftmals Thema in der
Terraristik und auch Aquaristik. Nicht nur in der Literatur, auch in vielen Internetforen wird
dieses Thema behandelt. Nachdem ich mehrere Bücher gelesen und mehrere Methoden ausprobiert habe, möchte ich hier die gängige Styropor/
Fliesenkleber/ Epoxydharz - Methode vorstellen.
Als Untergrund nutzt man Styropor oder
Styrodur. Mir gefällt Styrodur besser, denn es läßt sich meines Erachtens besser bearbeiten und wirf weniger Kügelchen wie etwa Styropor.
Dieses Material wird mit Cutermesser, Lötkolben und anderem Werkzeug auf die gewünschte Form modelliert. Übereinander liegende
Platten werden entweder mit Silikon, Styroporkleber oder Leim verbunden. Ich neige dazu die Platten zunächst auch mit Nägeln
oder Schrauben zu verbinden. Somit kann ich die Rückwand bereits
anprobieren.
Im nächsten Arbeitsschritt wird der geformte Rohling mit mehreren Lagen Fliesenkleber (flexibel) überzogen. Nach gründlichem
Trocknen des Fliesenklebers wird großzügig Epoxydharz aufgetragen. Das Harz bildet eine sehr resistente und stabile Schutzschicht. Anschließend
kann erneut eine Lage eingefärbter Fliesenkleber aufgetragen werden. Dadurch erhält der "Felsen" ein natürlicheres Aussehen (Epoxydharz als
letzte Schicht glänzt sehr und wirkt wie Kunststoff). Diese oberste Schicht Fliesenkleber kann mit Abtönfarbe zum Abtönen von Dispersionsfarben
eingefärbt werden. Hierbei ist der eigene Geschmack ausschlaggebend (grau, terrakotta u.a.). Auch besteht die Möglichkeit beim letzten
Arbeitsschritt feinen Sand oder Kies in den feuchten Fliesenkleber einzustreuen, bzw. in den feuchten Fliesenkleber zu schmeißen.
Bei letzter Vorgehensweise fliegt zwar einiges daneben, aber im Endeffekt bleibt mehr an der Wand haften.
Nutzt man die Rückwand in der Aquaristik, so würde ich keine zusätzliche Schicht eingefärbten Fliesenkleber auf die
Harzschicht auftragen. Letztendlich fällt die kunststoffartige Versiegelung durch Epoxydharz unter Wasser auch nicht derartig extrem auf
wie etwa bei Terrarienrückwänden. Natürlich kann man auch in die Epoxydharzschicht Sand oder Kies einstreuen (einwerfen). Hier seht ihr
eine Rückwand für ein Aquarium.
Leider hatte ich bei der Erstellung keine Digitalkamera in der Nähe und konnte somit nur das Endprodukt ablichten.
Farbgebung
Die farbige Gestaltung der Rückwand unterliegt natürlich den jeweiligen Geschmäckern. Jedoch kann man auch
artspezifische Rückwände gestalten. Hierzu sollte man sich nur über das Habitat der Art informieren und entsprechen den Lebensraum "nachahmen".
Meine Erfahrungen mit der Farbgebung sind eher durchwachsen. Beim großen Neubau wollte ich die Rückwand als grauen
Fels gestalten. Hierbei ist mir sehr schnell deutlich geworden, dass sand- und lehmfarbige Rückwände wesentlich leichter zu gestalten sind. Wichtig
ist vor allem die einheitlich Auftragung des getönten Fliesenklebers. Bei meiner großen Rückwand von 240 x 160 cm habe ich mehrmals Fliesenkleber
angerührt und aufgetragen. Im Endeffekt hatte ich fünf verschiedene Grautöne und das sah nicht gut aus. Letztendlich habe ich die Übergänge
etwas angepasst und große Flächen mit einer neuen dünnen gefärbten Fliesenkleberschicht gestrichen. Gerade die Farbgebung ist eine schwierige
Sache und bedarf oft mehrerer Versuche.
Versiegelung mit Acryllack
Im ersten Teil habe ich für die Versiegelung von Rückwänden Epoxydharz genannt. Im Internet werden aber auch andere
Methoden aufgeführt, die ich hier auch kurz erwähnen möchte. Zum einen gibt es noch die Möglichkeit die Rückwand mit Acrylklarlack auf
Wasserbasis für den Außenbereich zu versiegeln. Diese Methode habe ich noch nicht ausprobiert und über Nebenwirkungen, bzw. später auftretenden
Folgeschäden kann ich auch nichts sagen.
Ähnlich dem Epoxydharz gibt es auch noch den Polyesterharz zur Versiegelung. Erfahrungen habe ich hier keine!
Auch werden Rückwände im Internet aufgeführt, die keine zusätzliche Versiegelung aufweisen. Hierzu kann ich
überhaupt keine weiteren Angaben über Festigkeit und Haltbarkeit machen. Jedoch wird bei diesen Rückwänden ein so genannter Aquarienmörtel genutzt.
Diesen habe ich allerdings bisher noch nicht gefunden!
Wichtig: Lösungsmittelfreie Materialien nutzen!
Variationen
Eine interessante Variation für Rückwände ist das Erstellen ein Grundform aus Styropor, die aber anschließend nicht
Bestandteil der Rückwand ist. Hierzu legen wir mehrere Styroporstücke auf
eine Holzplatte. Diese Stücke sollten grob die Form des Felsens andeuten. Über diesen "Styroporhaufen" wird eine Plastikfolie gezogen, die auf jeden
Fall dicht sein sollte. Über diese Folie wird nun ein handelsübliches Putzgitter in Streifen gelegt (Diese Streifen sollten überlappen). Auf das
Putzgitter wird nun mehrmals und großzügig Mörtel (oder Fliesenkleber) aufgetragen. Die Schicht sollte mindestens 0,5 cm dick sein. Nachdem der
Mörtel aufgetragen wurde kann bereits mit der Modellierung des Felsens begonnen werden. Zunächst den Mörtel gut verteilen und glatt streichen.
Anschließend kann der feuchte Mörtel je nach Belieben bearbeitet und gestaltet werden. Auch das Einfärben ist natürlich möglich!
Nachdem nun der Mörtel etwas getrocknet ist kann das Putzgitter samt Mörtel von der Unterlage (Styopor) gelöst werden.
Anschließend sollte der Felsen gründlich austrocknen. Eine Versiegelung kann später wie oben beschrieben erfolgen! Nach gründlichem Abtrocknen
müssen noch überstehende Putzgitterteile entfernt werden und fertig ist ein hohler Kunstfelsen.
Fortsetzung folgt...
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