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Reptilien/ Reptilia/ Kriechtiere

[Einleitung] [Einordnung] [Wechselwärme] [Körperbau] [Fortpflanzung] [Häutung]


„Kriechtiere, Klasse wechselwarmer Wirbeltiere mit beschuppter Haut und Lungenatmung, meist räuberisch, eierlegende Landbewohner, kein Larvenstudium. Nur noch vier Ordnungen: Schildkröten, Brückenechsen, Schuppenreptilien, Panzerechsen, Reich entwickelt im Erdmittelalter, vgl. Saurier“ -  Auszug Lexikon

Vor mehr als 360 Millionen Jahren verließen die Vorfahren der heutigen Reptilien das Meer.  Dieser Schritt gipfelte in der Entwicklung der Dinosaurier, die die Erde mehr als 140 Millionen Jahre lang beherrschten.

Einordnung


Obwohl die Reptilien heute keine dominierende Form mehr darstellen, leben noch immer mehr als 10.500 Arten über alle Teile der Welt verstreut (ca 4000 Amphibien und 6500 Reptilien).

 

Hauptgruppen der Klasse Reptilien

Ordnung Rhynchocephalia (Brückenechsen)

1 Art

Ordnung Crocodilia (Krokodile)

ca. 20 Arten

Ordnung Testudines (Schildkröten)

ca. 250 Arten

Ordnung Squamata (Schuppenkriechtiere)

 
ca. 6.000 Arten
 
Unterordnung Sauria (Echsen)
ca. 3.000 Arten
Unterordnung Serpentes (Schlangen)

ca. 3.000 Arten



Hier die Einordnung der Schuppenkriechtiere (Systemik aller Reptilien findet ihr am Ende dieses Bereichs):

  • Schuppenkriechtiere (Squamata)
    • Leguanartige (Iguania)
    • Pleurodonta
      • Corytophanidae
      • Crotaphytidae
      • Hoplocercidae
      • Leguane (Iguanidae)
      • Leiocephalidae
      • Leiosauridae
      • Liolaemidae
      • Opluridae
      • Phrynosomatidae
      • Polychrotidae
      • Tropiduridae
  • Scleroglossa
    • Geckoartige (Gekkota)
      • Geckos (Gekkonidae)
      • Flossenfüße (Pygopodidae)
    • Autarchoglossa
      • Skinkartige (Scincomorpha) Monophylie unsicher
        • Skinke (Scincidae)
        • Echte Eidechsen (Lacertidae)
        • Gürtelechsen (Cordylidae)
        • Schildechsen (Gerrhosauridae)
        • Zwergtejus (Gymnophthalmidae)
        • Schienenechsen (Teiidae)
        • Nachtechsen (Xantusiidae)
        • Schlangenschleichen (Dibamidae) Position unsicher
        • Doppelschleichen (Amphisbaenia) Position unsicher
      • Schleichenartige s. lato (Anguimorpha)
        • Schleichenartige s. str. (Anguioidea)
          • Schleichen (Anguidae)
          • Ringelschleichen (Anniellidae)
          • Höckerechsen (Xenosauridae)
        • Waranartige (Varanoidea)
          • Krustenechsen (Helodermatidae)
          • Taubwarane (Lanthanotidae)
          • Warane (Varanidae)
        • † Mosasaurier (Mosasauridae)
        • Schlangen (Serpentes) (--> Systematik der Schlangen)
          • Blindschlangenartige (Scolecophidia oder Typhlopoidea)
            • Blindschlangen (Typhlopidae)
            • Amerikanische Blindschlangen (Anomalepidae)
            • Schlankblindschlangen (Leptotyphlopidae)
          • Wühl- und Riesenschlangenartige (Boidea oder Henophidia)
            • Rollschlangen (Aniliidae)
            • Wühlschlangen (Anomochilidae)
            • Schildschwänze (Uropeltidae)
            • Erdschlangen (Xenopeltidae)
            • Spitzkopfpythons (Loxocemidae)
            • Erdboas (Tropidophiidae)
            • Bolyerschlangen (Bolyeridae)
            • Riesenschlangen (Boidae)
            • Walzenschlangen (Cylindrophiidae)
          • Nattern- und Vipernartige (Caenophidia)
            • Warzenschlangen (Acrochordidae)
            • Erdvipern (Atractaspididae)
            • Nattern (Colubridae)
            • Giftnattern (Elapidae)
            • Vipern (Viperidae)

 


Die Klasse Amphibien mit ihren ca. 4.000 Arten wird immer in einem Atemzug mit der Klasse der Reptilien genannt, obwohl die Unterschiede zwischen den Amphibien und Reptilien größer sind als beispielsweise die zwischen Vögeln und Säugetieren.

Beide -Amphibien und Reptilien- sind kaltblütige, luftatmende Wirbeltiere. Die Hauptunterschiede aber sind folgende:

Amphibien haben, mit wenigen Ausnahmen, glatte, schuppenlose Haut, während Reptilien Schuppen haben. Amphibien legen ihre Eier (mit wenigen Ausnahmen) im Wasser, während sämtliche Reptilien, selbst die im Wasser lebenden, soweit sie nicht lebendgebärdend sind, ihre Eier an Land ablegen. In den folgenden Ausführungen wird hauptsächlich auf die Klasse der Reptilien eingegangen.

Das Wort Reptilien kommt aus dem Lateinischen und heißt etwas frei übersetzt so viel wie Kriech Schleicher. Diese Bezeichnung trifft natürlich nur auf die wenigsten Reptilien zu (Schlangen, Blindschleichen u. a.). Bei den laufenden Reptilien oder gar den rezenten Komodovaranen kann man nur schwerlich von Kriechschleichern sprechen.

Die Wissenschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt und Verwandtschaften zu erforschen. Diese Arbeit nennt man Systematik. Und der Bereich innerhalb der Systematik, der sich mit dem Einordnen und Klassifizieren der Organismen beschäftigt, stellt ein Untergebiet der Taxonomie dar. Das grundlegende Taxon ist die Art. Diese Gruppen werden mit latinisierten Namen belegt. Diese lateinischen Namen gelten weltweit. Die jeweilige Art kennzeichnet sich durch eine oder mehrere Gemeinsamkeiten. Der Name einer Art besteht aus zwei Wörtern: Die Bezeichnung der Gattung (z.Bsp. Physignathus bei den Wasseragamen) und der eigentliche Artname (z.Bsp. cocincinus). Der zweite Name ist hierbei individuell für eine Art innerhalb der Gattung. Der Gattungsname wird immer groß und der Artname immer klein geschrieben.

Die Überlebensstrategien von Reptilien sind nicht weniger vielschichtig als die der Säuger und Vögel. Gemeinsam mit den Vögeln und Säugetieren werden die Reptilien zu den höheren Wirbeltieren gestellt. Die Schuppenkriechtiere (Echsen und Schlangen) sind innerhalb der Klasse der Reptilien mit über 3000 Arten die umfangreichste und erfolgreichste Reptilienordnung.

Ihre Größenunterschiede sind immens. Beispielsweise sind die südamerikanischen Frösche winzig (kaum Briefmarkengross) und die Riesenschlangen mit einer Länge von 11 Meter im Vergleich riesig. Gemeinsam ist den Reptilien die fehlende Warmblütigkeit und ein oftmals ähnlicher Bauplan. Die Reptilien vermögen keine konstante Körpertemperatur zu erhalten und werden deshalb als „wechselwarm“ oder „ektotherm/ poikilotherm“ bezeichnet. Volkstümlich wird auch der Begriff „Kaltblütigkeit“ verwendet.

  Da sie auf äußere Wärmequellen angewiesen sind, liegt ihr größtes Verbreitungsgebiet in den tropischen und gemäßigten Zonen. Während die Reptilien dadurch zwar mit einigen Einschränkungen fertig werden müssen (bei kälteren Temperaturen sind die Reptilien weniger agil und Räubern wehrlos ausgeliefert), stellt dies auch einen Vorteil dar. Beispielsweise können Reptilien sich bei „unfreundlichen“ Umweltbedingungen einfach abschalten und müssen keine großen Mengen aufgespeicherter Energie aufbrauchen, um sich warm zu halten. Auch kann ein großer Teil der Reptilien über einen langen Zeitraum mit wenig Nahrung auskommen. Ein Teil der Reptilien fällt während der Wintermonate in eine Winterstarre. Die so genannte Vorzugstemperatur ist bei den verschiedenen Reptilienarten unterschiedlich. Als durchschnittliche Temperaturspanne benötigen Reptilien 25 – 40 °C. Reptilien sterben schneller an Unterkühlung wie etwa Vögel oder Säugetiere, die durch die „innere Heizung“ auch in kälteren Regionen leben können. Aber auch der Hitzetod bei zu hohen Temperaturen kommt bei Reptilien vor.

Körperbau


Die äußere Haut der Reptilien ist zu Schuppen verdickt, drüsenarm und aus Keratin bestehend. Entgegen vieler menschlichen „Vorurteile“ ist ihre Haut nicht „schleimig“ und „glitschig“. Alle Reptilien haben, sofern sie sich nicht im Wasser oder im Sumpf tummeln, eine trockene, berührungsfreundliche Haut.  

 

Einige Bereiche sind verstärkt und bilden z. B. Warzen und Kämme. Bei vielen Reptilien entwickeln sich kleine Knochen unterhalb der Oberfläche und verstärken und schützen die Haut somit zusätzlich. Zudem senkt dies die Wasserverdunstung.

 

Durch die Gliederung der Außenhaut in Horn- und Knochenplatten oder Schuppen behalten die Tiere ihre Beweglichkeit (Ausnahme: Schildkrötenpanzer).

 

Eine Hautatmung ist den Reptilien dadurch nicht möglich, aber die Lungen der Reptilien sind so hoch entwickelt, dass sie darauf verzichten können.

Sinnesorgane


Drei der Sinnesorgane sind bei der Mehrzahl der Reptilien überlebenswichtig: Gesicht, Gehör und Geruch. Hierbei spielen die individuellen Habitate der jeweiligen Art natürlich eine immense Rolle auf die jeweilige Ausprägung der Sinnesorgane. Zum Beispiel locken eine Vielzahl von Reptilien ihre "Partnerin" durch leuchtende Farben an. Logische Konsequenz hieraus ist ein gut entwickelter Sehsinn. Die wesentlichen Grundmerkmale der Augen sind bei den Reptilien ähnlich denen von anderen Wirbeltieren. Eine typische Cornea, Iris, Linse und Netzhaut.

Die Ohren sind ebenfalls ähnlich denen anderer Wibeltiere. Links und rechts am Kopf befindet sich ein Trommelfell (Mebran), ein Gehörknochen und das Innenohr. Vielen Reptilien fehlt allerdings das Trommelfell oder ist überwachsen, so dass sie Töne aus der Luft nur beschränkt aufnehmen können. In vielen Fällen geschieht dies über die  knöcherne Struktur im Innern der Tiere. Diese Strukturen sind derartig verändert, dass Schwingungen über Körpergewebe augenommen werden kann.

Mäßig bis gut ausgebildet sind bei den meisten Reptilien der Geruchs- und Geschmackssinn (den sogenannten olfaktorischen Sinnesorgane). Das wichtigste olfaktorische Sinnesorgan ist das Vomeronasalorgan (Bild links). Dieses befindet sich im Munddach und oft als Jacobsonsches Organ bezeichnet wird. Die Reptilien schmecken quasi ihre Nahrung im Maul. Andere Reptilien nehmen über die Zunge Partikel auf und führen sie zum Jacobsonschen Organ. Durch diese "Schmecken" können sie auch der Spur von potentieller Beute folgen, selbst wenn sich diese fortbewegt.



Skelett

Durch eine konsequente Anpassung an das Landleben ist ihr Skelett kräftiger und ihr Kreislauf leistungsfähiger als z.B. bei den Lurchen.

 

Die Wirbelsäule der Reptilien ist aufgeteilt in Hals-, Brust-, Lenden-, Kreuz- und Schwanzregion.

 

Besondere Merkmale der meisten Reptilien sind im Skelettbau die offenen Rippen, weiterhin der Kiefer mit Zähnen, die lange Schwanzwirbelsäule und die wohlgegliederten Finger mit Krallen.


Bild rechts: Vereinfachte Darstellung des Skeletts
 
 

Innere Organe


Die inneren Organe und hier speziell die Weichteile sind denen der anderen Wirbeltiere ähnlich. Eine Trachea (Luftröhre) führt von der Glottis (dem Stimmapparat) zu einer pparigen Lunge. Reptilien haben ein Herz mit zwei Vorkammern und zwei nicht vollständig voneinander getrennten Kammern. Das heißt dass die Scheidewand nicht vollständig ausgebildet ist. Die Trennung der beiden Herzhälften in eine linke und eine rechte Herzkammer ist erst bei den Vögeln und Säugern vollständig. Im Gegensatz zu den Fischen besitzen Reptilien, oder Kriechtiere allgemein bereits einen doppelten Blutkreislauf.


Bild links: Lunge Reptilien | Bild rechts: Lunge Mensch
(skizzierte Darstellung!)



Reptilien haben Lungen mit großen Einbuchtungen, die jeweils noch einmal gefaltet sind, so daß sich die Oberfläche der Lungen beträchtlich erhöht hat. Säugetiere haben einen wesentlich größeren Bedarf an Sauerstoff und die Lungen verzweigen sich stark, so daß durch die immens große Anzahl von Lungenbläschen die innere Oberläche der Lunge beträchtlich stark vergrößert wird.


Bild oben: Anotomie einer Echse

 

Fortpflanzung


Reptilien produzieren Eier, innerhalb derer sich jeweils ein Embryo entwickelt und ausschlüpft (oder im Falle der lebend gebärdende Arten geboren wird). Das Neugeborene stellt hierbei in vielen Fällen eine Miniaturausgabe des erwachsenen Tieres dar. Bei zahlreichen Reptilien entwickelt das Ei keine Schale  und die Entwicklung erfolgt im Körper der Mutter. Das Ei entsteht durch innere Befruchtung.

 

Die im Vogelei vorhandenen Hagelschnüre (Chalazen), die den Vogelembryo bei Lageveränderungen des Eies immer wieder in die ursprüngliche Lage bringen, fehlen dem Reptilienei. Nach der Ablage sinkt der Dotter nach unten und der Embryo treibt an die Oberseite des Eies, wo er festwächst. Aus diesem Grund kann eine Drehung der Eier zum Absterben des Embryos führen, der quasi vom Dottersack erdrückt wird. Inwieweit dies für die ganze Inkubationszeit zutrifft oder ob generell wird aber wissenschaftlich immer noch diskutiert.



Mit Ausnahme der Brückenechsen verfügen alle Reptilien über einführbare Organe. Bei Echsen und Schlangen sind diese Organe paarig, so dass jedes Männchen über zwei funktionsfähige Penisse verfügt (Anmerkung: WOW! Entschuldigung! Den konnte ich mir nicht verkneifen…). Schildkröten und Krokodile verfügen hingegen nur über einen Penis (keine Anmerkung!).

Häutung


Reptilien wachsen ihr Leben lang und häuten sich auch in gewissen Abständen. Schlangen z.B. streifen die alte Haut in einem Stück ab („Schlangen- oder Natternhemd“). Andere Reptilien häuten sich eher in Fetzen. Die Häutung wird bei Echsen durch Hormone der Schilddrüse und der Thymusdrüse gesteuert, wobei äußere Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, Nahrungsangebot und auch der Allgemeinzustand der Echse eine Rolle spielt.

 


Einige der hier verwendeten Bilder stammen von Pixelio.de!

  

 

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