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Das Terrarium für Wasseragamen sollte ein so genanntes Regenwaldterrarium
sein. Das bedeutet Temperaturen von tagsüber 25 - 32°C und eine nächtliche
Absenkung um 5-7 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte morgens bei nahezu 100%
liegen, gegen Mittag leicht abfallen und gegen Abend wieder steigen. Im
Regenwald ist der Morgen durch Nebel gekennzeichnet
Gegen Mittag vertreibt die Sonne den Nebel und die Temperaturen steigen.
Am Nachmittag ertönen die ersten Grummel und der tägliche Regen kündigt
sich an. Dieser Regen erhöht die Luftfeuchtigkeit wieder auf circa 80 - 90
% (Beregnungsanlage oder Nebler). Das Regenwaldterrarium sollte auch einen
Wasserteil beinhalten. Dieses Becken fördert nicht nur die
Luftfeuchtigkeit, sondern ist bei den badefreudigen Wasseragamen
Pflichteinrichtung! Die Beckengröße sollte so gewählt sein, dass die
Wasseragame gut darin liegen kann. Sehr dekorativ sind integrierte
Aquarien, so dass man auch von einem Aquaterrarium oder Paludarium
spricht.
Die Mindestanforderungen für ein Terrarium für
eine Wasseragame mit 25 cm Kopf-Rumpf-Länge
lauten: 100 cm x 75 cm x 125 cm (Länge x Breite x Höhe). In der
Literatur finden sich die unterschiedlichsten Angaben über die
Terrariumgröße für ein Pärchen. Jedoch lässt sich festhalten, dass nahezu
alle Angaben in der Literatur über oder gar deutlich über den
Mindestanforderungen liegen. Im Internet wird die Diskussion um die Größe
oft sehr ideologisch geführt und es besteht in vielen Foren bereits ein
Konsens über die Terrariumgröße für drei Wasseragamen mit 200 x 100 x 200
cm. Ich möchte diese Maße hier mal als "Idealmaße" hinstellen.
Unser altes Terrarium
Hier seht Ihr unser früheres Terrarium:
Es hatte die Maße 120 x 90 x 170 cm (l x b x
h). Unten war ein Aquarium eingebaut, welches allerdings mehrfach
Glassprünge bekam und jedes mal das Wohnzimmer geflutet wurde. Die Rück-
und Seitenwände waren aus Styropor und mit farbigen Fliesenkleber sowie
Epoxydharz bestrichen. Dieses Terrarium erstellte ich 2004 und es
beherbergte lange Zeit unseren Bock "Lemmy". Zwar zogen zunächst auch noch
zwei Weibchen mit ein, aber diese waren bereits beim Kauf derartig krank,
dass eine sehr bald starb und die andere auch eingeschläfert werden
musste. Der Vorbesitzer hatte weder Temperatur, Licht noch
Luftfeuchtigkeit eingehalten.
Vorbereitungsphase
Bevor ich diesmal an den Bau ging machte ich mir gründlich Gedanken im Vorfeld. Hierbei waren folgende Punkte sehr
wichtig:
- Aufstellung des Terrariums,
- Spätere Technik im Terrarium
- und spätere Handhabung.
Die Aufstellung sollte später im Wohnzimmer
erfolgen. Ich nahm also die Maße der zur Verfügung stehenden Fläche.
Anschließend setzte ich mich an den Rechner und notierte mir die genauen
Maße und erstellte eine erste Skizze:
 
In diese Skizze bezog ich zwei bereits
vorhandene Dinge ein. Ein Aquarium welches ich noch hatte und zwei kleine
Unterschränke. Alles weitere wurde zunächst nach den räumlichen
Möglichkeiten geplant. Anschließend machte ich mir erste Überlegungen zur
Inneneinrichtung, bzw. zur Gestaltung der Bodenplatte des eigentlichen
Terrariums. Dabei kam folgende Skizze heraus:

In diese Zeichnung hatte ich bereits
- den Pflanzenbereich,
- Eiablageplatz und
- den Bachlauf
eingeplant. Somit stand dann auch fest, dass der EHEIM Aussenfilter links in den Unterschrank mußte und Wasserzulauf
von dort ins Aquarium laufen und das sauber Wasser zum Bachlauf gepumpt werden muss. Weitere technische Überlegungen
sahen wie folgt aus: 
Bei allen Vorüberlegungen hatte ich auch die
spätere Handhabung vor Augen. D.h. ich habe mir im Vorfeld überlegt, was
an täglicher Arbeit zum Terrarium gehört. Obwohl oftmals Tiefen von 1
Meter gefordert werden, habe ich mich zu "nur" 65 cm Tiefe des Terrarium
entschieden. Dies hatte zwei Gründe! Ich kann später besser im Terrarium
arbeiten und erreiche alle Bereiche und für die Tiere ist die Tiefe meines
Erachtens völlig ausreichend. Ein ausgewachsener Bock erreicht zwar Maße
von bis zu 80 cm (KRL), aber hiervon fallen 2/3 auf den Schwanz und eben
dieser wird nach hinten äußerst dünn. Zudem habe ich eine endgültige
Breite von 240 cm eingeplant und das kompensiert die fehlende Tiefe auch.
Vor allem war aber die spätere pragmatische Handhabung wichtig!
Der Bau
Ich begann zunächst bereits im Dezember 2005
mit der Bodenplatte. Hierzu holte ich mir eine Holzspanplatte, Styrodur
und genügend Flex-Fliesenkleber. Für den Pflanzentopf sägte ich ein rundes
Loch an die passende Stelle und fügte einen kleinen Eimer ein. Rechts
sägte ich passgenau ein Quadrat für eine rechteckige Plastikschüssel.
Hierbei musste ich genau vorgehen, so dass die beiden nach unten
abstehenden Behälter später auch rechts und links von den Unterschränken
platziert sind. Auf dem folgendem Bild sieht man die Bodenplatte mit den
jeweiligen Töpfen. Des Weiteren sieht man den Durchgang zum späteren
Aquarium...
Ebenfalls sieht man auf dem oberen Bild die
eingezeichneten Außenmaße des Aquariums und auch das eingezeichnete Loch
für den Schlauch zum Außenfilter. Im nächsten Arbeitsschritt wurde dann
mittels Styrodur die Struktur erstellt. Diese wurde dann mit mehreren
Schichten Fliesenkleber bestrichen und mit Epoxydharz versiegelt.
Anschließend habe ich erneut eingefärbten Fliesenkleber (vgl. Bereich
Rückwände) aufgetragen.

Bild links: erste Styrodurstrukturen
Bild unten: Rohrleitungen für späteren Schlauch zum Außenfilter
Den Wasserlauf mußte ich insgesamt zwei mal gestalten. Der erste Versuch zeigte, dass ich zu wenig Platz für den
Wasserfluss gelassen hatte.
Hier ein kleiner Tipp:
Wasser sucht sich immer seinen Weg und dieser ist nicht immer mit dem
gewünschtem Weg identisch. Lieber doppelt absichern! Mehr Versiegelung und
größere Flussbreite. Später legen sich die Agamen auch gerne mal quer in
einen Flusslauf und das führt dann schnell zu Überschwemmungen. All dies
sollte bei Wasserläufen und Wasserfällen immer berücksichtigt werden. Wenn
das Terrarium später an der Wand steht und womöglich Wasser an der
Rückwand austritt, dann kann der Schaden äußerst groß
werden... !!!!
Nachdem ich die Bodenplatte endlich erstellt
hatte, musste ich das Projekt zunächst für einige Monate aus verschiedenen
Gründen liegen lassen. Erst im Sommer 2006 konnte ich erneut an die
bereits getätigte Arbeit anknüpfen. Ich holte mir eine passgenaue Rückwand
(ebenfalls eine Holzspanplatte) und zwei Seitenwände (OSB), sowie zwei
Frontbretter aus beschichteten Spanplatten. Zunächst schraubte ich Seiten-
und Rückwände zusammen und anschließend fügte ich die Bodenplatte ein. Für
die Verschraubungen bohrte ich zunächst mit einem kleinen Holzbohrer vor
und spätere Risse zu vermeiden. Verleimt wurde noch nichts, denn es musste
später für den Transport noch wieder auseinander gebaut werden. Die
Rückwand wurde rund herum mit Dachlatten stabilisiert. Zwischen diese
Dachlatten konnte ich dann wie bei der Bodenplatte die Rückwand mit
Styrodur gestalten. --- Das hat gedauert ---
Anschließend wurde diese Struktur wieder mit
Fliesenkleber mehrfach bestrichen. Der letzte Anstrich wurde wie bei der
Bodenplatte mit Abtönfarbe eingefärbt. Eine Versiegelung durch Epoxydharz
erfolgte bei der Rückwand nicht.
Tipp: Das Einfärben
von Fliesenkleber ist eine experimentelle Sache! Hier muss nicht nur viel
ausprobiert werden sondern man sollte zum Schluss lieber etwas mehr
Fliesenkleber einfärben und in einem Zug die ganze Fläche einstreichen.
Später neu angerührter Fliesenkleber hat selten die gleiche Farbgebung wie
der vorherige und das ist oft deutlich sichtbar.
Die Seitenwände habe ich einfach und ohne
Struktur mit dem eingefärbten Fliesenkleber gestrichen. Wer eine gute
Isolierung benötigt, sollte die Seitenwände auch mit Styrodur oder anderem
isolieren und dann streichen.
Als nächstes bestellte ich die Scheiben.
Aufgrund der späteren Größe und auch Höhe entschied ich mich für
Verbund-Sicherheitsglas (VSG). Dieses Glas besteht aus zwei einzelnen
Glasscheiben, welche durch eine Kunststoffschicht miteinander verbunden
sind. Dieser Verbund verhindert das Freiwerden von Glasscherben und
schützt somit vor Durchbruch und Verletzungen. Ebenfalls bestellte ich
direkt jeweils drei Meter lange Führungsprofile für oben und unten.
Als endlich die Scheiben und Schienen geliefert wurden, mussten alle Einzelteile nach oben ins Wohnzimmer, bzw.
erst das alte Terrarium abgebaut werden und die Tiere ins
Quarantäneterrarium ... Dann alles auseinandergeschraubt und geschleppt.
Besonders die 240 x 170 cm große Rückwand mit der Beschichtung war eine
schwere Geburt...
Oben wurde dann zunächst der Unterbau mit
Unterschränken, Stützen und Aquarium angefertigt. Hierbei musste ich
darauf achten, dass alles genau an seinem Platz steht und später alle
Schläuche und Leitungen auch ihr Ziel erreichen. Nach dieser Vorarbeit
konnte dann das eigentliche Terrarium aufgebaut werden. Hier seht ihr dann
das Endprodukt:
Technische Daten
Technische Geräte
- Außenfilter - Fördermenge circa 500 l / Std.
- Fogmaster Nebler
- Regenanlage Marke Eigenbau (Pumpe, Wassertank, Zuleitungen, 3 Nebeldüse)
- Bodenheizung per Heizkabel 15 Watt (nur beim Eiablageplatz - nicht beim Pflanzenbereich)
- zusätzlich ein Heizstein bei zu niedrigen Temperaturen
- 3 Halogen-Einbaustrahler (2 x 20 Watt + 1 x 35 Watt)
- 2 HQI 70 Watt für die Grundbeleuchtung
- 1 Par-Strahler 75 Watt für Sonnenplatz
- 2 digitales Hygro-/Thermometer (1 mit Fernsensor)
- 2 analoge Thermometer
- 1 analoges Aquariumthermometer
- diverse Zeitschaltuhren
Klima
Temperaturen:
- Oben: 27 - 29°C
- Mitte: 23-25 °C
- Unten: 20-23°C
- Sonnenplatz: circa 32 - 35°C
- Aquarium circa 18-20°C
Luftfeuchtigkeit tagsüber zwischen 75% und
85%, nachts über 90%. Regenanlage wird über Schalter (unten) bedient.
Tagesrhythmus
Morgens schalten sich als erstes die drei
Halogenspots ein. Diese sorgen für eine schummrige Grundbeleuchtung.
Anschließend springt der Sonnenspot ein! Diese beiden Beleuchtungselemente
sorgen dann bereits für eine kleine Erwärmung des Terrariums. Nach etwa
einer halben
Stunden schaltet sich der erste HQI ein. Eine halbe Stunde später gehen Halogen-
und Sonnenspot aus, der zweite HQI ein und das Terrarium wird für 3 Stunden nur mit HQI
ausgeleuchtet. Anschließend schaltet sich der Sonnenspot für 2 Stunde
wieder hinzu und sorgt für eine mittägliche weitere Erwärmung. Nach diesen
zwei Stunden brennen die HQI noch 3 Stunden alleine. Während dieser Zeit
schalte ich immer erst den Nebler für eine Viertel Stunde und dann die
Regenanlage für eine Minute an. Dies soll den nachmittäglichen
Regenschauer simulieren. Anschließend wieder 2 Stunden beide HQI mit Sonnenspot.
Während der letzten Viertelstunde schalten sich bereits die Halogenspots dazu.
Diese scheinen nach Abschaltung des HQI noch eine Stunde mit dem
Sonnenspot und anschließend noch 1 1/2 Stunde alleine. Insgesamt ist das
Terrarium 13,5 Stunden beleuchtet. Um auch abends in den Genuss der
Beleuchtung zu kommen, habe ich den Tag der Agamen etwas verschoben, so
dass dieser erst um 10 Uhr beginnt und um 23:30 Uhr endet.
Beeinträchtigungen der Tiere habe ich nach über zwei Jahren nicht
festgestellt. Der Biorhythmus scheint sich darauf einzustellen!
Kosten
Hier findet Ihr eine ungefähre Kostenaufstellung für das neue Terrarium mit allem, was dazu gehört...
Holz insgesamt circa = 150,-- €
Styrodur insgesamt = 40,-- €
Schrauben, Scharniere usw. = 50,-- €
Fliesenkleber = 30,-- €
Scheiben/ Profile = 150,--€
Abtönfarbe = 30,-- €
Epxydharz = 30,-- €
Draht = 10,-- €
Kleinkram/ Sonstiges = 10,-- €
Material insgesamt: = 500,00 €
Beleuchtung
HQI 2 x 70 Watt EBAY = 60,-- €
PAR-Strahler + Fassung = 15,-- €
Halogenstrahler SET Sonderpreis = 15,-- €
Kabel, Lüsterklemmen u.a. = 10,€
Beleuchtung insgesamt: 100,-- €
Weitere Technik
Heizkabel/ Heizstein EBAY = 20,-- €
Fogmaster EBAY = 35,-- €
EHEIM Außenfilter Flohmarkt = 60,-- €
Regenanlage Selbstbau ca. = 40,-- €
Zeitschaltuhren/ Mehrfachsteckdosen u.a. = 25,-- €
Thermo- / Hygrometer (analoge und digitale) = 25,-- €
Schläuche/ Kleinkram = 25,-- €
Insgesamt: = 250,-- €
Kosten Insgesamt niedrig kalkuliert 850,-- €
+ Inneneinrichtung
Circa 10 Plastikpflanzen a (Mittelwert) 6,-- € = 60,-- €
Echte Pflanzen insgesamt circa = 30,-- €
Aquariumkies insgesamt = 10,-- €
Morkienholz circa = 25,-- €
Sonstiges = 25,-- €
Insgesamt = 150,-- €
Terrarium + Inneneinrichtung insgesamt: = 1.000,-- €
+ drei Wasseragamen circa = 160,-- €
Alles in Allem: = 1.160,-- €
Strom Pumpe/Heizung circa 30 Watt x 24 Std. 720 Watt
HQI 2 x 70 Watt x ca. 10 Std. 1.400 Watt
Halogen 3 x 20 Watt x ca. 3 Std. 180 Watt
PAR-Strahler 70 Watt x ca. 6 Std. 420 Watt
Insgesamt pro Tag 2.780 Watt
Insgesamt circa mit Vorschaltgeräten 2,8 KW
X 0,165 €/ KW = 0,46 €/Tag
X (durchschnittlich)30 Tage = 13,8 €/ Monat
X 12 Monate = 165,60 €/ Jahr
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